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Raus mit dem Elefanten

"Hans Ketterings von Yellowstar, und Hans Hulsinga, als Logistik- und Lieferkettenexperte mit der UC Group, schreiben sich gegenseitig E-Mails zu Logistikthemen, die sie beide beschäftigen."

Dear Hans K.,

das ist wirklich eine gute Metapher - das Topper-Training für die Drittklässler - die Du in unserem vorigen E-Mail-Wechsel angeführt hast. Sich rückwärts fallen lassen und blindlings auf die eigenen Klassenkameraden vertrauen ...Analog dazu wird in einer Lieferkette dafür gesorgt, dass Informationen rechtzeitig übermittelt werden, so dass Fehler vermieden werden können.

Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es in dieser „Klasse" noch Verbesserungspotenzial gibt. Topper-Training ist regelmäßig wissenschaftlich untersucht worden, und es gibt konkrete Hinweise darauf, dass es eine effektive Methode für junge Menschen ist, die Probleme im Umgang mit anderen haben. Deshalb sollte ein solches Topper-Training auch mal für die Geschäftswelt angeboten werden. Wie oft gerate ich nicht in Situationen, in denen das Lieferkettenteam wie eine Abteilung mit einer Tür behandelt wird, durch die man nach Belieben lauthals ruft und dann die Probleme einfach in den Raum werfen kann. Es sei hiermit nochmals gesagt: Eine Lieferkette ist keine Abteilung! Eine Lieferkette ist ein Prozess, in dem praktisch das gesamte Unternehmen tätig ist: von Design, Produktion, Verkauf, Marketing, Planung, Finanzen bis hin zur Personalverwaltung. Je besser dieser Umgang funktioniert, desto besser ist das Ergebnis: hohe Kundenzufriedenheit, gute finanzielle und betriebliche Leistung und ein Umfeld, in dem die Menschen gerne arbeiten. Auf der Suche nach Beispielen musste ich an KOOP denken: den KlantenOrderOntkoppelPunt (KundenAuftragsEntkopplungsPunkt). Es handelt sich um den Punkt, der angibt, wie weit ein Kundenauftrag den Produktions- oder Vertriebsprozess eines Lieferanten von einem Produkt oder einer Dienstleistung in einer Kette stromaufwärts durchdringt. Es gibt mehrere KOOP, die sich an anderen Stellen in der Kette befinden. Ich will damit sagen, dass die besten Ergebnisse nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen erzielt werden können.

Eine Lieferkette ist ein komplexer Prozess mit vielen Akteuren, der ohne IT nur schwer zu organisieren ist. Es dürfte nicht verwunderlich sein, dass eine Anwendung wie ERP, (die Abkürzung steht für Enterprise Resource Planning), für das gesamte Unternehmen, einschließlich der Logistikfachleute, gedacht ist. ABER... Du schreibst, dass ERP an die Buchhaltung angelehnte ERP-Anwendungen sind, die in dieser Hinsicht nicht ausreichen, weil sie die Realität immer erst hinterher einfangen. Logistische Ausführungssysteme eignen sich jedoch gut dafür, da man hiermit aktuelle und zuverlässige Daten in der Kette austauschen kann. Ich finde das sehr interessant Hans; Du propagierst aber doch nicht, dass jede Abteilung ihr eigenes System wählen muss?

Mit freundlichem Gruß

Hans H.

HANS hulsinga

UC Group

Dear Hans H.,

Nicht jede Abteilung muss ein eigenes System haben, doch verdient jeder Prozess eine geeignete Anwendung. In den 1990er Jahren war die IT-Technologie noch nicht ausgereift. Es war unmöglich, Anwendungen miteinander zu verknüpfen, und die Kommunikation mit externen Interessengruppen war praktisch unmöglich. Und jetzt, ungefähr 25 Jahre später, haben wir den Enterprise Service Bus und das Internet! Mit einem Enterprise Service Bus als Schnittstelle können wir Anwendungen problemlos miteinander verbinden, und das Internet ermöglicht es uns, alle Teilnehmer der Kette daran anzuschließen. Und wo das nicht möglich ist, können wir Portale und Apps entwickeln, um Interessengruppen Zugang zu gewähren.

Der Enterprise Service Bus und das Internet werden zu wenig genutzt. Unternehmen bleiben in den 1990er Jahren mit großen ERP-Elefanten stecken, die so tun, als wenn sie Alleskönner sind. Wo die Vision fehlt, ergreift der Buchhalter die Macht! Logistik ist keineswegs identisch mit Buchhaltung und erfordert Registrierungen in Echtzeit sowie soziale Inklusion.

Ein Beispiel hierfür sind die Banken. Früher arbeiteten sie auch immer mit einem einzigen großen IT-System. Die Gesamtheit entsprach den Erwartungen, wobei jedoch individuelle Funktionen für ihre Kunden unzureichend waren. Innovation erfolgt von außer durch Binck, Bitcoin, Adyen, Paypal, Crowdfinancing, Tikkie, Moneyou etc. Stück für Stück übernahmen sie Funktionen und/oder fügten Dienstleistungen hinzu.

Wenn Du als Unternehmen zwecks der Organisation Deiner Lieferkette Dein ERP-System weiterhin in den Mittelpunkt stellst, bedeutet dies eine Sackgasse. Dieser Elefant muss raus. Hans, Du weißt, was immer gesagt wird: Jeder bekommt die Software, die er verdient. Ich würde das anders formulieren wollen. Um überhaupt weiterhin Geld zu verdienen, kommt es im Hinblick auf Deine zukünftige Logistik wirklich auf die Wahl Deiner Software an. Für jede Aufgabe oder Funktion in Deiner Lieferkette stehen derzeit spezifische Anwendungen zur Verfügung, die das Leben der Logistikfachleute erleichtern. Dank des Enterprise Service Bus und des Internets lassen sich diese getrennten Logistikausführungssysteme problemlos miteinander verbinden; sowohl untereinander als auch mit Deinem ERP-System, das dann weiterhin das tun kann, worin es gut ist; ohne dabei wie ein Elefant einer optimalen logistischen Umsetzung im Wege zu stehen.

Mit freundlichem Gruß

Hans K.

HANS KETTERINGS

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