Was gibt es noch über multimodale Digitalisierung zu sagen? Schließlich haben alle multimodalen Operator und Terminals ihr eigenes TMS oder TOS. Doch damit ist die Geschichte noch längst nicht auserzählt. Die Zeiten sind vorbei, in denen es ausreicht, innerhalb der Logistikkette seine eigenen Prozesse zu automatisieren. Logistik 4.0 erfordert das alles vernetzt ist. Ohnehin haben die Verbraucher seit Corona sich daran gewöhnt, ihre Bestellungen zu Hause detailleert verfolgen und auf Wunsch eingreifen zu können. Dadurch wird dies zunehmend auch im geschäftlichen Umfeld erwartet.

Mangelhafte Sichtbarkeit ist für Auftraggeber nicht mehr länger akzeptabel

Weshalb sollte man geschäftlich noch immer in ein multimodales schwarzes Loch starren müssen? Der neuen Generation von Managern bei Verladern, Spediteuren und Reedereien kann die aktuelle mangelhafte Sichtbarkeit nicht mehr erklärt werden und sie ist für sie auch nicht länger akzeptabel. Als letztendliche Auftraggeber für multimodale Transporte ist es für diese Parteien essenziell, dass jeder in der Bahn- und Binnenschifffahrtskette nahtlos zusammenarbeitet, Ladungsströme 24/7 einsehbar sind und Abweichungen von Vereinbarungen frühzeitig sichtbar werden. Der Verlader, Spediteur oder Reeder kann so vorausschauend und proaktiv den erwarteten Lieferzeitpunkt der Waren im Lager oder am Bestimmungsort vorwegnehmen.

Transparenz ist spannend, bringt aber auch viel

Im multimodalen Sektor ist in diesem Bereich viel zu gewinnen. Mehr Transparenz zu bieten, ist vielleicht spannend, aber auch absolut notwendig, um neue Kunden anzuziehen. Viele Unternehmen entscheiden sich zurzeit doch noch für den LKW. Der Straßentransport ist nun einmal flexibler, fährt direkt zum Bestimmungsort und ermöglicht über Apps oder Bordcomputer ein einfaches Track & Trace. Wenn der multimodale Sektor im Modal Split zugunsten von Schiene und Binnenschifffahrt einen echten Durchbruch erzielen möchte, dann muss er dabei mitziehen. Das beginnt bei einem andersartigen TMS oder TOS, an das jeder, vom Auftraggeber bis zu seinem Kunden, einfach über das Internet oder auf Wunsch per Systemverbindung angeschlossen werden kann, um in Echtzeit Daten auszutauschen. Von Buchung oder Transportauftrag bis Fakturierung, und von allem was dazwischen passiert. Oder, wenn aus betriebswirtschaftlichen Gründen ein Austausch des TMS oder TOS (noch) nicht umsetzbar ist, eine Ergänzung dieser Systeme durch ein internetbasiertes Kundenportal. Ohne teure Interfaces kann auf diese Weise auch jeder niedrigschwellig Daten austauschen. Alle Parteien bekommen Einblick und verbessern die Zusammenarbeit in der Kette.

Jede angeschlossene Partei kann notwendige Aktionen proaktiv angehen

Das gilt in jedem Fall, wenn multimodale Operator oder Terminals dem Auftraggeber oder Kunden von ihrem TMS, TOS oder Kundenportal aus zusätzlich zum Informationsaustausch in Echtzeit rund um die Uhr automatische Warnmeldungen bieten können. Zum Beispiel bei Abweichungen in der Kette oder über die Verfügbarkeit von Containern. Niemand muss mehr warten oder selbst nach den Informationen suchen. Transparenz gibt jedem eine Steuerungsmöglichkeit an die Hand. Jede angeschlossene Partei kann notwendige Aktionen oder Änderungen immer proaktiv angehen. Ein auf diese Weise vollständig zuverlässiges, transparentes multimodales Produkt kann bei vielen Unternehmen die Hemmschwelle senken, dem LKW Lebewohl zu sagen. Vor allem, wenn man im Hinterkopf behält, dass man per Schiene oder Binnenschifffahrt seinen CO2-Fußabdruck weiter reduzieren kann. Für immer mehr Unternehmen ist dies eine Voraussetzung, um Geschäfte zu machen.

Durch Kettenzusammenarbeit kann viel besser auf Marktbedürfnisse eingegangen werden

Multimodale Digitalisierung ist viel mehr als nur die Automatisierung von operativen Prozessen des Inlandterminals bzw. des Bahn- oder Binnenschifffahrtsunternehmens. Es erfordert eine völlig neue Denkweise, die an Logistik 4.0 anknüpft. Wenn man Kettenzusammenarbeit und proaktiven Datenaustausch ins Zentrum stellt, kann man nicht nur die eigene Effizienz verbessern, sondern vor allem viel besser auf die Bedürfnisse des Marktes eingehen. Transparenz zieht multimodalen Transport aus dem schwarzen Loch und öffnet damit den Weg in eine nachhaltige Zukunft, in der Schiene und Binnenschifffahrt tatsächlich eine führende Rolle spielen.

Rianne Groffen
Chief Commercial Officer Yellowstar